Dienstag, 3. Dezember 2013

Ausstellung in Berlin: Christian Tagliavini

Signora in verde


Das Leben geht ja trotz Weihnachtsvorbereitungen weiter. Beim Spaziergang durch das vorweihnachtliche Berlin haben wir auf einen Hinweis im Kulturradio hin, einen Abstecher in die ehemalige jüdische Mädchenschule in der Auguststraße gemacht.

Hier ist 2010 die CWC Gallery, eine Dependance von Camera Work, eingezogen. Sie zeigt eine spannende kleine Fotoausstellung von Christian Tagliavini.


Christian Tagliavini hat eine Reihe von Porträts fotografiert. Sie sind Renaissancegemälden nachempfunden. Er beschreibt, dass er Menschen auf der Straße angesprochen hat, die in seine Vorstellung von  Gesichtern dieser Epoche passen.
 

Die Menschen werden mit Kleidern und Kopfbedeckungen ausstaffiert, die eigens für diese Fotografien genäht und hergestellt wurden. Besonderen Wert hat er auf die Auswahl der Stoffe gelegt. 
 
Wie er den Mädchen die Hälse lang gezogen hat, verrät Christian Tagliavini nicht so genau. Außer, dass es "technisch" gemacht wird - aber wie er betont: "nicht mit Photoshop"
  
CWC GALLERY
Auguststrasse 11–13
10117 Berlin 
22. November 2013 — 22. Februar 2014
Dienstags bis Samstags 11 Uhr - 19 Uhr


Cecilia
 


Lucrecia
Donna Clotilde


 


Die Mädchenschule in der Auguststraße wurde 1927/28 nach Plänen des jüdischen Architekten Alexander Beer (1873-1944) im Stil der Neuen Sachlichkeit gebaut - mit einer Nutzfläche von rund 3.000 m² für rund 300 Schülerinnen  - und war  seinerzeit eine der modernsten Schulen  der Stadt. Sie war eines der letzten Vorkriegsbauwerke auf dem Gelände der Jüdischen Gemeinde Berlin. Beer ist später im Konzentrationslager Theresienstadt ums Leben gekommen. 


Nach der Schließung 1942 durch die Nationalsozialisten wurde hier ein provisorisches Krankenhaus eingerichtet. Von 1950 an wurde die Schule als Gymnasium genutzt und stand seit 1996 leer.
Lange wurde über die Zukunft des Gebäudes, nachdem sie zehn Jahre lang dem Verfall überlassen wurde, dikutiert. Zunächst wurde die Schule im Frühjahr 2006 für die 4. Berlin-Biennale kurzzeitig wieder eröffnet. Seit 2010 vereint sie – behutsam renoviert - historische Erfahrungen, Kunst und Gastronomie miteinander.

Kommentare:

  1. Wow, was sind das für kostbare Bilder!!!! Gibt es dazu eine Publikation? Ich muss mal suchen gehen. L.G.
    sigisart

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    1. Das sind wie beschrieben: Fotografien. Nein, es gibt leider keine Publikation. Sehr schade!

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